Die Ehrenplätze

Klassisch gilt: Der wichtigste Gast sitzt rechts vom Gastgeber, der zweitwichtigste links davon. Bei Hochzeiten sind das traditionell die Eltern des Brautpaars. Heute gilt das eher als nette Geste denn als zwingende Regel – wenn deine Eltern lieber nebeneinander sitzen, ist das völlig okay.

Damen und Herren abwechselnd?

Die Regel „Damen-Herren-Damen-Herren" stammt aus einer Zeit, in der gemeinsame Mahlzeiten der primäre Ort waren, an dem unverheiratete junge Erwachsene einander kennenlernen sollten. Heute ist sie optional. Bei klassischen Galadinners wird sie noch oft eingehalten, bei Hochzeiten und Firmenfeiern ist die Mischung viel freier.

„Knigge ist kein Korsett, sondern eine Inspirationsquelle. Wende an, was sich richtig anfühlt – und ignoriere, was nicht."

Paare: zusammen oder getrennt?

Klassisch werden Ehepaare bei Tisch getrennt gesetzt – damit beide neue Gespräche führen. Heute setzen viele Gastgeber Paare wieder zusammen, vor allem wenn einer der Partner sonst niemanden kennt. Faustregel: Bei kleinen, vertrauten Runden zusammen, bei großen Events eher getrennt.

Die Tischhonneurs

Bei langen Tafeln sitzen die Gastgeber traditionell an den beiden Enden („Tischhonneurs"). Bei runden Tischen verteilen sich Gastgeber strategisch auf mehrere Tische – so ist auf jedem Tisch jemand, der die Gespräche moderieren kann.

Geschäftliche Etikette

Bei Firmenfeiern gibt es eine eigene Knigge-Schicht: Der ranghöchste Gast sitzt rechts vom Gastgeber. Bei Galadinners werden Sponsoren oft an den vorderen Tischen platziert (sichtbar). Wichtige Kunden gehören in die Nähe der Geschäftsführung.

Was ist tabu?

Auch heute gibt es Konstellationen, die du vermeiden solltest:

  • Geschiedene oder zerstrittene Personen direkt nebeneinander
  • Kinder neben den Lautsprechern oder direkt am DJ-Pult
  • Nur eine einzelne Person aus einer Subgruppe (etwa der einzige Vegetarier zwischen sechs Steakliebhabern)
  • Sehr stille Personen zwischen sehr lauten – beide leiden

Die moderne Regel

Wenn du eine einzige Regel mitnehmen willst: Wer auf der Sitzordnung steht, soll sich willkommen fühlen. Ob Knigge eingehalten wird oder nicht, ist sekundär – primär zählt, dass jeder Gast den Eindruck hat: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht.

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